Brauchtum und Feste in Österreich: geordnet nach Jahreszeiten
Wer das Veranstaltungsjahr in Österreich einmal im Überblick sieht, merkt schnell: Es gibt keine tote Saison. Auf die Bälle im Feber folgen die Frühlingsmärkte, dann der Festivalsommer, dann Almabtrieb und Advent.
Kulturprogramm auf hohem Niveau
Einführungsvorträge vor den Vorstellungen sind bei mehreren Häusern kostenlos und helfen beim Einstieg, wenn man ein Stück nicht kennt.
Die Spielpläne stehen meist ein halbes Jahr im Voraus fest. Das macht die Planung leichter als bei Popveranstaltungen, wo Termine kurzfristiger kommen.
Neun Bundesländer, neun Schwerpunkte
Vorarlberg ist geografisch abgesetzt und orientiert sich kulturell stärker Richtung Bodenseeraum. Das zeigt sich auch im Veranstaltungsprogramm.
Die Steiermark hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Volkskultur und Kulinarik, mit Festen rund um Wein, Kürbis und Apfel im Herbst.
| Großfestival | meist dreistellig | hoch, Monate im Voraus |
| Festspiele | stark gestaffelt | hoch, Karten früh vergriffen |
| Stadtfest | frei | gering |
| Adventmarkt | frei | gering |
Mit Kindern unterwegs
Adventmärkte haben oft eigene Bereiche für Kinder, von Ponyreiten bis Bastelstationen. Diese Angebote laufen nachmittags und enden früher als der übrige Markt.
Museen und Kulturbetriebe bieten an Feiertagen häufig Sonderprogramme an. Sie sind gut besucht, eine frühe Ankunft lohnt sich.
Regionale Termine finden
Die interessantesten Veranstaltungen stehen selten auf den großen Plakaten. Dorffeste, Hoffeste und kleine Konzertreihen werden fast nur lokal angekündigt. Weiterlesen lässt sich unter znaki.fm.
Gemeindezeitungen und Aushänge am Ortsplatz sind dafür nach wie vor die beste Quelle. Vieles davon landet nie im Internet.
- Feiertage und lange Wochenenden im Kalender markieren
- Region festlegen, dann erst Termine suchen
- Unterkunft und Ticket gemeinsam buchen
- Rückfahrt vor der Anreise klären
Von der Buschenschank bis zum Foodtruck
Auf größeren Festivals hat sich die Verpflegung stark verändert. Neben klassischen Ständen finden sich inzwischen Foodtrucks mit vegetarischem und veganem Angebot.
Buschenschanken sind saisonal geöffnet und dürfen nur eigene Produkte ausschenken. Wann sie aufsperren, steht auf den Tafeln der jeweiligen Gemeinde. Wer vergleichen möchte, wird dort fündig.
Von der Markthalle bis zum Ortsplatz
In den Landeshauptstädten gibt es zusätzlich Markthallen mit fixen Öffnungszeiten, die auch bei schlechtem Wetter funktionieren.
Kunsthandwerksmärkte sind saisonal und häufig an Ortsjubiläen oder Feiertage gekoppelt. Die Qualität schwankt, die Preise ebenso.
Vorgaben, die man vorher kennen sollte
Bei Festspielen und Bällen gibt es Kleidervorschriften, die tatsächlich kontrolliert werden. Sie stehen auf der Seite der jeweiligen Veranstaltung.
Glasflaschen sind bei Freiluftveranstaltungen praktisch überall untersagt. Eine wiederbefüllbare Flasche aus Kunststoff ist die praktikable Lösung.
Wie man den Überblick behält
Ein guter Veranstaltungstag hat meist einen Höhepunkt und viel Leerlauf drumherum. Genau dieser Leerlauf ist der Teil, den man später in Erinnerung behält.
Die Anreise verdient dabei mehr Aufmerksamkeit als das Programm. Sie entscheidet in der Praxis oft darüber, ob ein Tag angenehm verläuft.
Tickets ohne Ärger kaufen
Für die großen Festivals startet der Vorverkauf oft schon kurz nach dem Ende der laufenden Ausgabe. Die frühen Kontingente sind deutlich günstiger als die später freigegebenen.
Bei ausverkauften Veranstaltungen lohnt der Blick auf offizielle Rückgabebörsen. Dort tauchen kurzfristig Karten zum Originalpreis auf.
Der Rhythmus des Veranstaltungsjahres
Dazwischen liegen die Festspiele, die traditionell im Juli und August stattfinden, sowie die Brauchtumstermine im Frühherbst, wenn das Vieh von den Almen kommt.
Grob geteilt hat das Jahr vier Schwerpunkte: die Ballsaison von Jänner bis Feber, die Frühlings- und Stadtfeste ab April, der Festivalsommer von Juni bis September und die Adventzeit ab Ende November.
Von Ende November bis Faschingsende
Die kleineren Märkte in den Bundesländern sind oft stimmungsvoller als die großen in den Innenstädten. Dafür haben sie eingeschränkte Öffnungszeiten, häufig nur an Wochenenden.
Der Pfandbecher ist fast überall Standard. Wer ihn zurückgibt, bekommt den Einsatz retour, was bei mehreren Ständen ins Gewicht fällt.
Feste mit langer Geschichte
Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht.
Der Almabtrieb findet im September und Oktober statt, wenn das Vieh von den Almen ins Tal zurückkehrt. In Tirol, Salzburg und Kärnten ist daraus vielerorts ein Fest geworden.
Wer den Jahresrhythmus einmal kennt, plant deutlich entspannter. Die großen Termine liegen jedes Jahr ungefähr gleich.
Was sportlich im Kalender steht
Das Hahnenkammrennen in Kitzbühel im Jänner ist der bekannteste Wintersporttermin des Landes. Die Streif zieht jedes Jahr ein sehr großes Publikum an, entsprechend früh sind Unterkünfte ausgebucht.
Für viele Sportevents gibt es Kombitickets mit der Anreise. Sie sind günstiger als Einzelfahrscheine und ersparen die Parkplatzsuche.
Der Festivalsommer und seine großen Namen
Das Frequency Festival in St. Pölten zählt zu den größten Popveranstaltungen des Landes und findet traditionell im August im Green Park an der Traisen statt.
Dazu kommen dutzende kleinere Open Airs, die oft nur regional beworben werden. Sie sind günstiger, weniger überlaufen und für viele die bessere Wahl.
Kurze Antworten auf wiederkehrende Fragen
Finden Open Airs auch bei Regen statt?
In den meisten Fällen ja. Abgesagt wird üblicherweise nur bei Gewitter oder Sturm, und dann meist kurzfristig über die Kanäle des Veranstalters.
Wann ist Ballsaison?
Von Jänner bis zum Faschingsdienstag. Neben den großen Bällen gibt es zahlreiche Vereins- und Zunftbälle, die deutlich günstiger sind.
Wann beginnen die Christkindlmärkte?
Üblicherweise in der zweiten Novemberhälfte. Sie laufen bis kurz vor Weihnachten, kleinere Märkte oft nur an Wochenenden.
Termine, Preise und Programmpunkte ändern sich. Vor der Anreise lohnt ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Veranstaltung.